Über Yair Aa
Yair Aa (1963) ist Maler und Fotograf. Er lebt und arbeitet in Amsterdam.

Eine eigene Welt
Im Werk von Yair Aa steht der Mensch im Mittelpunkt: Figuren, die in sich gekehrt sind oder sich gerade aufeinander zubewegen. Sie leben in einer wundersamen Welt, in der die Schwerkraft nicht selbstverständlich ist und die Perspektive zum Spiel wird. Akrobaten und Musiker, Figuren, die auf dem Kopf stehen, Menschtiere und Tiermenschen: Seine Bilder haben die Leichtigkeit flüchtiger Beobachtungen und zugleich das Gewicht einer persönlichen Geschichte, in der der Krieg und sein jüdischer Hintergrund immer wiederkehren.
In Form und Themenwahl wird sein Werk mit dem von Paul Klee und Charlotte Salomon in Verbindung gebracht.
Ausbildung und Fotografie
Yair Aa studierte an der Fotoakademie Hans Götz in Haarlem und an der Gerrit Rietveld Academie in Amsterdam. Den Grundstein für seine Fotografie legte er während einer großen Reise in den Fernen Osten, auf der die Fotografien aus den Jahren 1986–1987 entstanden. Außerdem schuf er Schwarz-Weiß-Fotografien (1989–1991) und eine Fotoserie über den Cheider, eine jüdische Schule in Amsterdam. Sechzehn dieser Fotografien gehören zur Sammlung des Joods Museum.
Materialien und Techniken
Während er früher vor allem fotografierte, arbeitet Yair Aa heute hauptsächlich mit Aquarell, Tusche, Bleistift und Ölfarbe. Daneben schuf er Triptychen und Zeichnungen (1996–2006), Radierungen (2011–2012), Gemälde in Acryl auf Leinwand und Aluminium, Porträts auf Schiefer sowie Skulpturen.
Ausstellungen
Seit 1999 ist sein Werk in Ausstellungen in den Niederlanden und im Ausland zu sehen: von der Oude Kerk in Amsterdam und der internationalen Wanderausstellung Art Against Stigma (unter anderem in Kopenhagen und Tel Aviv) bis zum Kunsthaus Kannen in Deutschland, der Outsider Art Gallery in der Hermitage Amsterdam und dem Joods Museum, wo 2022 seine Fotografien in „Every Picture Tells a Story“ zu sehen waren.
Einzelausstellungen hatte er unter anderem in der Galerie Linka (2001 und 2003), bei Beeldend Gesproken („Het andere verhaal“, 2014; „Let the light be us“, 2019) und in De Hallen Amsterdam („Intieme tafereeltjes van een tovenaar“, 2021).
2021 zeigte er sein Corona-Tagebuch: 111 bemalte Tafeln, zusammen mit Ölporträts geliebter Menschen, intimen Aquarellen, Skulpturen und dem monumentalen Triptychon „De verschrikkingen van de oorlog“.
Sammlungen
Werke von Yair Aa befinden sich in der Sammlung des Joods Museum in Amsterdam, das 179 Aquarelle besitzt, darunter eine autobiografische Serie von 66 Blättern, sowie sechzehn Fotografien. Auch Sanquin, Lundbeck (Dänemark) und die Postcodeloterij erwarben Werke von ihm.
Weiteres
2008 malte er das Bühnenbild für die visuelle Theateraufführung „Alopsepla“ von Salomea Franken. 2017 zeichnete er den Umschlag des Gedichtbands zum Übersetzungswettbewerb Hebräisch der Universität Amsterdam.
Werke von Yair Aa können über Beeldend Gesproken in Amsterdam gekauft und gemietet werden.